AKKORDFORMEN

Verwendung von Akkordformen

Der Mountain Dulcimer lässt sich sehr intuitiv spielen. Du kannst Melodien einfach nach Gehör auf der Melodiesaite ausprobieren. Auch Akkorde lassen sich oft ohne viel Theorie entdecken. Dieser Text zeigt dir einfache Griffmuster, die zum Ausprobieren einladen. Er soll dich motivieren, zu spielen und zu hören — erst spielen, dann denken.

Als Hilfe kann dir dabei das nachfolgende Griffbrettschaubild mit Notennamen dienen:

Überblick der Akkordformen

Ich nenne die Formen Barré, Diagonal, L Form, Stretch, V Form und Pfeil. Diese Formen helfen dir, schnell passende Akkorde zu finden. Nicht alle Akkorde passen in diese Kategorien. Wenn du tiefer einsteigen willst, lohnt es sich, später etwas Musiktheorie zu lernen.

Barré Akkorde

Barré Akkorde Dulcimerschule

Bei Barré drückst du alle Saiten im gleichen Bund. Der Akkord heißt nach der Note auf der Melodiesaite oder der Basssaite. Ein offener Anschlag ist ebenfalls ein Barré Akkord. Diese Form ist oft weder eindeutig Dur noch Moll, weil wichtige Intervalle fehlen. Er klingt deshalb vielseitig und passt zu vielen Situationen.

Diagonal Akkorde

Diagonal Akkorde Dulcimerschule

Bei Diagonal Akkorde drückst du die Saiten auf aufeinanderfolgenden Bünden, zum Beispiel 2 3 4. Der Akkordname kommt von der mittleren Saite. Manche Diagonalakkorde klingen nach Dur, andere Moll. Wenn zwischen den drei Bünden zwei ganze Schritte liegen, klingt der Akkord meist Moll. Wenn ein Halbton dazwischen ist, kann er Dur oder vermindert klingen. Vertraue deinem Ohr und probiere verschiedene Kombinationen.

Umkehrungen und Spiegelung

In der DAdd-Stimmung sind viele Akkorde umkehrbar. Zum Beispiel ist 2, 3, 4 ist das Gleiche wie 4, 3 2, nur in anderer Reihenfolge. Das liegt daran, dass Bass- und Melodiesaite dieselbe Note in verschiedenen Oktaven haben. Dieses Prinzip gilt für alle Akkordformen in dieser Stimmung!

L Form Akkorde

L Form Akkorde Dulcimerschule

Der L - Akkord hat zwei Saiten auf dem gleichen Bund und die dritte Saite zwei Bünde höher, z. B. 3 3 5. Der Akkordname kommt von der Note an der Spitze des L. Auch hier gibt es Dur- und Mollvarianten. Wenn die Spitze zwei ganze Schritte entfernt ist, klingt der Akkord meist Dur. Probiere verschiedene LFormen und höre, wie sie sich in deinem Spiel verhalten.

Stretch Akkorde

Stretch Akkorde Dulcimerschule

Beim Stretch Akkorde ist die mittlere Saite einen Bund höher als die Basssaite, die Melodiesaite liegt zwei Bünde darüber, z. B. 1 2 4. Der Akkord heißt nach der „gestreckten“ Note. Diese Form ist ebenfalls umkehrbar. Manche Stretch Akkorde sind Dur, andere Moll — wieder entscheidet das Ohr. Spiel sie in verschiedenen Lagen, um ihren Klang zu entdecken.

V Form Akkorde

V Form Akkorde Dulcimerschule

Bei V Akkorden hältst du Bass- und Melodiesaite einen Bund höher als die mittlere Saite, z. B. 1 0 1. Der Name kommt von der Note auf der mittleren Saite. V Akkorde sind oft mehrdeutig und können Dur oder Moll sein. Manchmal wirken sie wie Fragmente eines Diagonal Akkords. Probiere sie im Kontext einer Melodie, um zu sehen, wie sie sich einfügen.

Pfeil Akkorde

Pfeil Akkorde Dulcimerschule Ludwigsburg

Der Pfeil Akkord ist das Gegenteil von V Akkord. Bass- und Melodiesaite liegen einen Bund unter der mittleren Saite, z. B. 0 1 0. Die Bestimmung des Namens kann hier etwas kniffliger sein. PfeilAkkorde lassen sich als Fragmente von Diagonal oder StretchAkkorden denken. Deshalb können sie je nach Kontext unterschiedlich interpretiert werden, zum Beispiel als Moll oder als Dur. Höre genau hin und entscheide, welche Funktion der Akkord in deiner Begleitung hat.

Zum Schluss

Lass dich vom Hören leiten und probiere die Formen einfach aus. Spiele frei, variiere die Reihenfolge und finde deine Lieblingsklänge. Musiktheorie kannst du später ergänzen — zuerst geht es ums Entdecken.

Viel Spaß beim Experimentieren mit deinem Mountain Dulcimer!