Der 6½-Bund

Der 6½-Bund (oft auch als 6+ bezeichnet) ist ein zusätzlicher Bund auf dem Griffbrett des Mountain Dulcimers, der eine spezifische musikalische Lücke in der traditionellen diatonischen Anordnung schließt.

Dieser Bund wurde ab Mitte der 1950er Jahre von Instrumentenbauern eingeführt und hat sich bis Ende der 1970er Jahre als Standard auf den meisten modernen Dulcimern etabliert. Oft wird auch ein entsprechender 13½-Bund (eine Oktave höher) hinzugefügt, um diese Möglichkeiten im höheren Register fortzuführen.

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Dulcimus Standard Dulcimer

Mountain Dulcimer Martin Oesterle

Was bringt der 6,5 Bund beim Mountain Dulcimer:

Ermöglicht die Dur-Tonleiter in D-A-D:

In der modernen Standardstimmung D3-A3-D4 (die eigentlich für den mixolydischen Modus gedacht ist) erlaubt der 6½-Bund das Spielen der ionischen Tonleiter (die klassische Dur-Tonleiter) direkt von der leeren Saite aus. Ohne diesen Bund beginnt die Dur-Tonleiter erst beim dritten Bund.

Erweiterung der Tonalität:

Er fügt einen Halbtonschritt genau einen halben Ton unter der Oktave ein. Dies gibt dem Spieler Zugriff auf Töne, die in der rein diatonischen Skala ursprünglich fehlten.

Erleichterung des Akkord-Melodie-Spiels:

Der 6½-Bund wird oft als vorteilhaft für das sogenannte „chord-melody play“ angesehen. Er ermöglicht komplexere Akkordgriffe und Melodieführungen innerhalb einer Tonart, ohne dass das Instrument für verschiedene Modi ständig umgestimmt werden muss.

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Electric Dulcimer
Dulcimer Martin Oesterle

Zusammenfassung:

Traditionell mussten Spieler ihr Instrument umstimmen, um verschiedene Modi zu erreichen (z. B. auf D3-A3-A3 für Ionian/Dur). Der 6½-Bund macht die gängige D-A-D-Stimmung vielseitiger, da nun sowohl der mixolydische als auch der ionische Modus leichter zugänglich sind.