KAUFBERATUNG MOUNTAIN DULCIMER

Du möchtest deinen ersten Mountain Dulcimer kaufen? Hier ein paar Hinweise und Tips, die Du beim Kauf Deines ersten Instrumentes mit in Erwägung ziehen kannst.

Länge und Größe des Instrumentes

Der Mountain Dulcimer wird in unterschiedlichen Größen angeboten. Je größer das Instrument ist, desto länger ist in der Regel die Mensur (Saitenlänge von Sattel bis zum Steg). Die Mensur wird meistens in Zoll angegeben (1 Zoll = 2,54 cm). Ein Großteil der Instrumente haben eine Mensurlänge von ca. 28 Zoll (Standard). Bei einer kürzeren Mensur (24 Zoll / 25 Zoll) liegen die Bünde des Griffbrettes näher beieinander. Durch einer kurze Mensur sind höher Stimmungen möglich. Für Dulcimerspieleri*innen mit kleinen Händen oder auch Kinder, können kleinere Mensuren deutlich angenehmer zum Spielen sein. In der Regel lassen sich Mensuren zwischen 26 Zoll und 28 Zoll sehr gut spielen und haben aufgrund der entsprechenden Länge des Instruments eine vollen, kräftigen Klang.

Tip: Die Mensur eines Anfängerinstrumentes sollte zwischen mind. 26 Zoll und max. 29 Zoll liegen. Unter 26 Zoll sollte ein Anfängerinstrument nur für ein Kind oder eine/n Spieler/in mit sehr kleinen Händen gewählt werden.

Korpus

Der Dulcimer hat einen deutlich flacheren Korpus als z.B. eine Gitarre. Das Instrument klingt deshalb zarter und leiser. Neben der Teardropform (Tränenform) ist die Hourglasform (Sanduhrform) am weitesten verbreitet. Seltener sind Dreiecks- oder Trapezformen. Durch die Zusammenarbeit von Martin Oesterle (Dulcimershop) und Armin Dreier (Instrumentenbaumeister, Schorndorf) ist seit 2012 auch der Dulcimus Konzertdulcimer auf dem deutschen Dulcimermarkt vertreten der einen deutlich höheren Korpus aufweist als die traditionellen Instrumente.

Wer beim Zusammenspiel mit anderen Instrumenten nicht "überhört" werden will, sollte ein entsprechendes großes bzw. ein Instrument mit möglichst hohem, voluminösem Korpus wählen.

Tip: Wer ein lautstarkes Instrumente sucht und mit anderen Instrumenten wie z.B. Gitarre, Akkordeon, Hackbrett, zusammenspielen möchte, sollte sich tendenziell für eine große Mensurlänge (ab 28 Zoll) sowie für einen möglichst hohen Korpus entscheiden.


Griffbrett / Saitenlage

Gerade für Anfänger ist ein breites Griffbrett (3,6 cm bis 3,8 cm) und eine gute Saitenlage von großer Bedeutung. Bei einem schmalen Griffbrett liegen die Saiten eng beieinander, das Spielen von Akkorden ist sehr mühsam und bedarf großer Genauigkeit und Übung. Auch eine gute Saitenlage, bei der die Saiten einen geringen Abstand zum Griffbrett haben, erleichtert das Lernen des Instrumentes ungemein.

Tip: Achtung, sehr günstige Instrumente ( unter 200,- Euro) haben häufig eine sehr schmales Griffbrett und eine ungünstige Saitenlage

Bundierung

Ursprünglich hat der Dulcimer ein diatonisches Griffbrett. Das bedeutet, dass die Bünde einer chromatischen Tonleiter ausgelassen wurden. Dies ermöglicht eine intuitive Spielweise. Erst in späterer Zeit kamen zusätzliche Bünde hinzu (z.B. 6,5 Bund) um die tonalen Möglichkeiten des Instrumentes zu erweitern. Mittlerweile werden auch Instrumente mit zusätzlichem 1,5 und 8,5 Bund angeboten. Dadurch lassen sich auch Blueselemente in das Spielen mit aufnehmen.

Tip: Achtung - ein Anfängerdulcimer sollte auf jeden Fall den mittlerweile standardmäßigen 6,5 Bund haben. Auf einen zusätzlichen 1,5 / 8.5 Bund sollte bei einem Anfängerinstrument verzichtet werden.

Stimmung

Ein Mountain Dulcimer kann unterschiedlich gestimmt werden. In Deutschland überwiegt die DAdd Stimmung. Dabei zeigt die doppelt ausgeführte d-Melodieseite zum Körper des Spielers. Die mittlere Saite ist auf A, und die dickere Basssaite auf D gestimmt (eine Oktave tiefer als die Melodiesaiten). Stimmungen wie aaAD, aaGD oder ccAD sind ebenfalls möglich.

Tip: Für Anfäger ist ein Instrument mit ddAD Stimmung ideal. Für diese Stimmung lassen sich viele Noten und Spielanleitungen im Internet finden.


Saitenanzahl

Die meisten Instrumente haben 4 Saiten. Wobei die zwei höchsten Saiten (Melodiesaiten) enger bei einander liegen (ähnlich wie bei einer Mandoline). Es gibt aber auch Ausführungen mit 3, 4, oder 6 Saiten. Beim 6-saitigen Dulcimer sind alle 3 Saiten doppelt ausgeführt (ähnlich wie bei einer 12-saitigen Gitarre).

Tip: Ein 4 oder 3-saitiges Instrument ist von der Bespielbarkeit sehr gut für Anfänger geeignet.

Saitenstärke

Ähnlich wie bei Westerngitarren können auch auf einen Dulcimer unterschiedliche Saitenstärken aufgezogen werden. Je härter die Saitenstärke desto steifer verhalten sich die Saiten beim Anschlagen. Weichere Saitensätze ermöglichen ein einfacheres Ziehen und Bespielen der Saiten. Sie lassen sich nicht so kräftig anschlagen und sind deshalb etwas leiser. Das Ziehen von Saiten kann beim Dulcimerspiel durchaus bedeutend sein, da sich dadurch die nicht bundierten Zwischenhalbtonschritte leichter erreichen lassen.

Tip: Anfänger sollten sich für eher dünne, weichere Saitensätze entscheiden.

Saitenausführung

Die Besaitung des Instrumentes erfolgt mit Stahlsaiten ( wie z.B. bei Western- und E-Gitarren). Hier gibt es zwei Ausführungen die sich durch das jeweilige Saitenende unterscheiden. Loop End Saiten haben eine Schlaufe die am Ende des Instrumentes in kleine Nägelchen eingehängt werden. Ball End Saiten haben kleine Messingringe am Ende die auf kleine Stiftchen gresteckt werden. Ball End Saiten werden üblicherweise auch auf Western- und E-Gitarren verwendet.

Tip: Achtung beim Nachbestellen von Saiten. Vor dem Bestellen zuerst nachschauen welche Satienausführung am Instrument verwendet wird.

Klang

Der Mountain Dulcimer hat einen zarten weichen Klang. Er ist aufgrund seiner Bauart nicht so laut wie eine Gitarre. Jedes Instrument klingt etwas anders auch wenn es sich dabei nur um Nuancen handelt. Die Klangfarben reichen von bassig, warm, voll bis zu hell, hoch und spitz. Klang ist immer auch Geschmacksache. Am Besten ist es, wenn du die Möglichkeit hast mehrere unterschiedlichen Instrumente im direkten Vergleich zu hören. So kannst du dich für "deinen" Klang entscheiden.

Tip I: Wähle ein Instrument mit einem warmen, vollen, bassigen Klang wenn du vorwiegend für dich selbst Musik machst.

Tip II: Wähle ein Instrument mit einem hellen, klaren Klang wenn du öfters mit anderen Musikern zusammen spielen möchtest. Mit einem helleren Klang kannst du dich in der Gruppe besser durchsetzten und auch mal bei einem Solo "glänzen".

Klangspektrum

Jedes Instrument hat nich nur seinen eigenen speziellen Klang sondern auch sein eigenes Klangspektrum (Range). Je nachdem an welcher Position auf dem Griffbrett man über die Saiten streicht klingt das Instrument verschieden. Grundsätzlich findet der Anschlag der Saiten im unteren Drittel der Mensur statt. Je näher man beim Anschlag in Richtung Steeg kommt, desto heller und metallener klingt das Instrument. Bei manchen Instrumenten ist der Unterschied zwischen bassig (beim Anschlagen der Saiten in der Mitte des Instrumentes) zu hell und drahtig (beim Anschlagen der Saiten kurz vor dem Steg) sehr ausgeprägt.

Tip: Wähle ein Instrument mit möglichst großem Klangspektrum. Je größer das Klagspektrum desto ausdrucksstärker kannst du das Instrument spielen.

Holz

Der Mountain Dulcimer wird in vielen verschiedenen Holzkombinationen angeboten. Neben rein optischen Gesichtspunkten hat das verwendete Holz selbstverständlich auch Auswirkung auf den Klang des Instrumentes. Zu beachten gilt aber: Der Klang wird auch von der Bauweise, Deckenkonstruktion, Schalllöchern, Korpusgröße und Form beeinflußt. Du kannst also nicht unbedingt davon ausgehen, dass ein Instrument in einer bestimmten Holzausführung auch genau nach den Charaktereigenschaften, die jenem Holz zugeschrieben werden, klingt. Hier kann und muß man sich auf sein Gehör und seine eigene Soundvorstellungen verlassen.

Tip: Wähle ein Instrument das dir optisch gefällt, das du gerne in die Hand nimmst und deine Soundvorstellung trifft.

Hardware

Beim Mountain Dulcimer kommen verschiedenartige Mechaniken zum Einsatz um die Saiten zu stimmen. Neben typischen Gitarrenmechaniken findet man auch, die meist aus optischen Gründen verbauten, Banjomechaniken. Mit hochwertigen Mechaniken lässt sich ein Instrument sehr fein und exakt stimmen und hält diese Stimmung zuverlässig. Gitarren- und Banjomechaniken verfügen über unterschiedliche Übersetzungen (Schneckengetriebe). Gitarrenmechaniken haben in der Regel eine bessere Übersetzung wodurch sich ein Instrument feiner, exakter und meist auch schneller durchstimmen lässt. Bajomechaniken agieren etwas gröber, punkten aber duch eine extravagante Optik.

Viele Instrumente haben keinen Gurtpin am Ende. Ein Gurtpin ist sehr wichtig, wenn das Instrument auf dem Schoß liegend gespielt werden soll. Damit kann ohne Problem eine handelsüblicher Gitarrengurt als Hüftgurt an das Instrument angebracht werden. Er sichert das Instrument vor einem unabsichtlichen "Abrutschen" beim heftigen Anschlagen.

Tip I: Prüfe vor dem Kauf die Mechaniken. Kontrolliere alle Saiten/Mechaniken ob sie sich sauber stimmen lassen und die Stimmung auch halten.

Tip II: Dein erstes Instrument sollte auf jeden Fall einen Gurtpin am Ende haben wenn du es nicht ausschließlich auf dem Tisch spielen möchtest. Mit einem Hüftgurt wird es dann zuverlässig am Körper gesichert.

Fazit

Um als Anfänger, Freude und Spaß am Dulcimerspielen zu gewinnen und beizubehalten, lohnt es sich beim Kauf auf ein breites Griffbrett sowie auf eine längere Mensur (ca. 28 Zoll) zu achten. Anfänger, die das Instrument auf dem Schoß liegend spielen möchten, sollten auf einen Gurtpin, an dem ein Hüftgurt angebracht werden kann, nicht verzichten. Klangliche und optische Aspekte lassen sich am besten in einem direkten Vergleich von Instrumenten bewerten.