NOTER-DRONE STYLE / Bordunmusik

Die Noter-Drone Spieltechnik ist eine sehr alte, ursprüngliche Art den Dulcimer zu spielen. In Amerika ist sie auch heute noch sehr verbreitet.

Zum Spielen benötigt man ein kleines Rundhölzchen, den sogenannten Noter. 
Mit dem Noter wird die Melodiesaite vor den entsprechenden Bundstäbchen nieder gedrückt. Genau so als würde man dies mit seinem Zeigefinger tun.
 Wird der Noter in gedrückter Haltung bis zum nächsten Bundstäbchen gezogen entsteht ein typischer „Slideeffekt“. Normalerweise wird der Noter nur auf der Melodiesaite bewegt. Die anderen Saiten (mittlere Saite und Bass Saite) werden bei jedem Melodieton mit angeschlagen. Sie bilden als „Drones“ einen geichbleibenden, harmonischen Grundklang.

Gerade die Noter-Drone Spieltechnik ist für Anfänger ideal um das Instrument kennen zu lernen. Der Spieler kann sich ganz auf die Tonintervalle der Melodie und auf die Schlagtechnik konzentrieren. Akkorde oder Fingersatz müssen nicht beachtet werden.

Durch diese Spieltechnik bekommen die Melodien einen eher eintönigen, monotonen Charakter, da keine zusätzlichen Begleitakkorde erklingen. Die Stücke wirken dadurch aber auch sehr beruhigend und klar.

Den Sound, bzw. den Charakter dieser Spieltechnik findet man auch bei anderen Instrumenten wie z.B. der Drehleier oder dem Dudelsack. Auch bei diesen Instrumenten tragen die „Drones“, die immer gleichbleibenden Töne, zum spezifischen Klangcharakter bei.

Diese spezielle Art der Musik nennt man Bordunmusik.

Das nachfolgende Video zeigt die Noter-Drone Technik (Bordunmusik) auf einem Electric Scheitholt:

Die Magie der Bordunmusik: Ein Klangporträt

Die Bordunmusik zählt zu den ältesten musikalischen Ausdrucksformen Europas – tief verwurzelt in der Volksmusik, doch gleichzeitig faszinierend zeitlos. Ihr charakteristisches Merkmal ist der sogenannte Bordun: ein dauerhaft klingender Grundton oder eine Quinte, der als akustisches Fundament dient, über dem sich Melodien entfalten können.

Was macht Bordunmusik besonders?

Klangliche Tiefe und Hypnose: Durch den kontinuierlichen Bordun entsteht eine meditative Atmosphäre. Das tonale Fundament erzeugt Spannung und Entspannung zugleich – ein Gefühl von Erdung und schwebender Klangbewegung.

Kulturelle Vielfalt: Bordunmusik ist kein Einzelphänomen: von der schottischen Dudelsackmusik über die französische Drehleier bis zur skandinavischen Hardangerfiedel findet sich das Prinzip weltweit.

Instrumentale Eigenheiten: Typische Borduninstrumente sind Drehleier, Dudelsack, Maultrommel und verschiedene Saiteninstrumente. Sie erzeugen oft über Resonanzsaiten oder Luftsäulen den Bordunklang.

Tradition und Moderne: Obwohl tief in traditionellen Musikstilen verwurzelt, erlebt Bordunmusik heute eine Renaissance – insbesondere in der Neofolk- und Ambient-Szene, wo sie als Klangteppich eingesetzt wird.

Warum berührt sie uns?

Vielleicht liegt die Faszination in ihrer Einfachheit – und gleichzeitig in ihrer Tiefe. Der konstante Ton wirkt wie ein musikalisches Mantra und ermöglicht der Melodie, frei zu tanzen. In einer Welt voller komplexer Harmonien erinnert uns Bordunmusik an die Kraft der Reduktion.